200.030 (21S) Denkmäler als umstrittenes kulturelles Erbe. Konflikte um die Besetzung öffentlicher Räume

Sommersemester 2021

Anmeldefrist abgelaufen.

Erster Termin der LV
09.03.2021 14:00 - 15:30 online Off Campus
... keine weiteren Termine bekannt

Überblick

Bedingt durch die COVID-19-Pandemie können kurzfristige Änderungen bei Lehrveranstaltungen und Prüfungen (z.B. Absage von Präsenz-Lehreveranstaltungen und Umstellung auf Online-Prüfungen) erforderlich sein.

Weitere Informationen zum Lehrbetrieb vor Ort finden Sie unter: https://www.aau.at/corona.
Lehrende/r
LV-Titel englisch
Monuments as contentious cultural heritages. Conflicts over the occupation of public spaces
LV-Art
Seminar (prüfungsimmanente LV )
LV-Modell
Präsenzlehrveranstaltung (Online-Option )
Semesterstunde/n
4.0
ECTS-Anrechnungspunkte
8.0
Anmeldungen
11 (35 max.)
Organisationseinheit
Unterrichtssprache
Deutsch
LV-Beginn
09.03.2021
eLearning
zum Moodle-Kurs

Zeit und Ort

Beachten Sie bitte, dass sich aufgrund von COVID-19-Maßnahmen die derzeit angezeigten Termine noch ändern können.
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LV-Beschreibung

Intendierte Lernergebnisse

Die Studierenden lernen

  • sich einen Forschungsgegenstand theoriegeleitet zu erschließen
  • ihre Forschungsergebnisse in Form von kurzen, allgemeinverständlichen Texten zu präsentieren

Lehrmethodik

  • Inputs durch Dozierende
  • Lesenotizen
  • Präsentation
  • Gruppenarbeiten

Inhalt/e

2020 wurde im Zuge der #BlackLivesMatter-Bewegungen weltweit die Frage diskutiert, wie mit historischen Denkmälern, Gedenktafeln und Straßennamen umzugehen sei, wenn die historische Einschätzung der geehrten Personen bzw. der erinnerten Ereignisse sich zu wandeln beginnt. Prominent wurde das Beispiel des Sklavenhändlers Edward Colston (1636-1721), dessen Statue Demonstrierende im Juni 2020 im englischen Bristol im Hafenbecken versenkten. In Boston enthaupteten Demonstranten die Skulptur des Seefahrers Christoph Kolumbus – schließlich hatte seine Entdeckung zur Kolonialisierung Amerikas geführt und den Genozid an den indigenen Einwohner*innen vorbereitet.

Solche Debatten verlaufen in der Regel kontrovers und emotional. Die damit verbundenen historischen Anrufungen täuschen allerdings: Es geht zwar vordergründig um historische Ereignisse oder Personen, im Mittelpunkt steht aber die Gegenwart. Wir haben es hier mit Erinnerungspolitiken oder auch „Gedächtnispolitiken“ bzw. „Memory-Politiken“ zu tun, die den „Gedächtnisspeicher“ des öffentlichen Raumes anreichern. Über die Berufung auf die Vergangenheit wird auch die Zukunft adressiert. Die emotionale Aufladung und das Konfliktpotential erklären sich aus der gegenwärtigen Bedeutung der als kulturelles Erbe deklarierten Artefakte.

Die dauerhafte Einschreibung im Zeichenraum des öffentlichen Raumes in Form von Denkmälern lässt sich gemäß der Historikerin Heidemarie Uhl als „Besetzung des öffentlichen Raumes“ bezeichnen. Sie ist umkämpft, insbesondere dann, wenn konkurrierende Akteure die umstrittenen Artefakte ergänzen, verändern, kommentieren, beschädigen oder gar abräumen. Im damit verbundenen erinnerungspolitischen Diskurs geht es um die Legitimität der hegemonialen Erinnerung und um alternative Sichtweisen auf die betreffenden Ereignisse und Personen. Es wird zum Contentious Cultural Heritages, zu umstrittenem kulturellem Erbe.

In diesem Forschungslabor werden wir uns solchen mit Bedeutung aufgeladenen Artefakten als Contentious Cultural Heritages anhand konkreter Beispiele annähern. Die Forschungsergebnisse werden in einem Booklet zusammen getragen. Das Verfassen der Texte für das Booklet ist Bestandteil der LV und wird von den Dozierenden angeleitet.

Erwartete Vorkenntnisse

Keine

Literatur

Literatur wird zu Veranstaltungsbeginn bekannt gegeben.

Prüfungsinformationen

Prüfungsmethode/n

Anwesenheit; Lesenotizen, Präsentation; schriftliche Arbeit, die Teil eines gemeinsamen Booklets sein wird.


Prüfungsinhalt/e

Selbstständige Präsentation und inhaltlich-textuelle Aufbereitung der gewählten Beispiele in der Institutsvortragsreihe (oder in einem ähnlichem Format) und in einem Booklet.

Beurteilungsschema

Note Benotungsschema

Position im Curriculum

  • Bachelorstudium Angewandte Kulturwissenschaft (SKZ: 642, Version: 16W.2)
    • Fach: Empirische Kulturanalysen (Wahlfach)
      • Forschungswerkstatt I ( 0.0h PS / 4.0 ECTS)
        • 200.030 Denkmäler als umstrittenes kulturelles Erbe. Konflikte um die Besetzung öffentlicher Räume (4.0h SE / 8.0 ECTS)
          Absolvierung im 3., 4. Semester empfohlen
  • Bachelorstudium Angewandte Kulturwissenschaft (SKZ: 642, Version: 16W.2)
    • Fach: Empirische Kulturanalysen (Wahlfach)
      • Forschungswerkstatt II ( 0.0h SE / 4.0 ECTS)
        • 200.030 Denkmäler als umstrittenes kulturelles Erbe. Konflikte um die Besetzung öffentlicher Räume (4.0h SE / 8.0 ECTS)
          Absolvierung im 5., 6. Semester empfohlen
  • Masterstudium Angewandte Kulturwissenschaft (SKZ: 842, Version: 12W.1)
    • Fach: Kulturvermittlung und Kommunikation (Pflichtfach)
      • Modul: Kultur und Kulturen
        • Kultur- und Sozialgeschichte ( 2.0h SE / 4.0 ECTS)
          • 200.030 Denkmäler als umstrittenes kulturelles Erbe. Konflikte um die Besetzung öffentlicher Räume (4.0h SE / 8.0 ECTS)

Gleichwertige Lehrveranstaltungen im Sinne der Prüfungsantrittszählung

Diese Lehrveranstaltung ist keiner Kette zugeordnet