210.447 (20S) Subjektskonstitution, Geschlecht und der Rest

Sommersemester 2020

Anmeldefrist abgelaufen.

Erster Termin der LV
27.03.2020 10:00 - 17:00 V.1.03 On Campus
... keine weiteren Termine bekannt

Überblick

Lehrende/r
LV-Titel englisch
Constitution of the Subject, Sex, and the Rest
LV-Art
Proseminar (prüfungsimmanente LV )
Semesterstunde/n
2.0
ECTS-Anrechnungspunkte
4.0
Anmeldungen
10 (30 max.)
Organisationseinheit
Unterrichtssprache
Deutsch
LV-Beginn
27.03.2020
eLearning
zum Moodle-Kurs
Seniorstudium Liberale
Ja

Zeit und Ort

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LV-Beschreibung

Intendierte Lernergebnisse

Die Lehrveranstaltung vermittelt wichtige Erkenntnisse aus dem Bereich der Subjektphilosophie und der Geschlechtertheorie, wobei der Prozess geschlechtsspezifischer Identifizierung im Zentrum steht.  Ziel des Proseminars ist es, diesen Prozess sowohl auf einer interpersonellen als auch intrapsychischen Ebene zu refektieren, wozu philosophische sowie auch psychoanalytische Theorien des Subjekts und der sexuellen Differenz herangezogen werden. Die Studierenden können dadurch  wichtige Erkenntnisse aus dem Bereich der theoretischen Philosophie des 20. Jahrhunderts erwerben. 

Lehrmethodik inkl. Einsatz von eLearning-Tools

Das Proseminar beginnt mit einem Vortrag, der in die Themenstellung und die entsprechende Literatur einführt. Danach werden anhand von vier besonderen Themenblöcken die konkreten Fragestellungen vermittelt. Diese werden in Form von Einzelvorträgen, Referaten, Arbeitsgruppen und gemeinsamen Diskussionen erarbeitet. Einzelne Referate können von den Studierenden übernommen werden. Die zu bearbeitende Literatur wird per Moodel zu Verfügung gestellt. Für den Zeugniserwerb ist die Anwesenheit in der Lehrveranstaltung sowie das Verfassen einer Proseminararbeit  erforderlich.

Inhalt/e

Ziel des Proseminars ist es, in den philosophischen und psychoanalytischen Themenbereich der geschlechtlichen Subjektkonstitution einzuführen. Hierzu soll zunächst auf Hegels Konzept der Geschlechterdifferenz Bezug genommen werden, da er auf den Prozess der geschlechtsspezifischen Identifizierung mit den Normen der Gesellschaft im Sinne einer zweiten Natur des Menschen hingewiesen hat. Nichtsdestotrotz erweist sich seine metaphysische Argumentation der sexuellen Differenz als problematisch, insofern diese Weiblichkeit mit dem Privaten, Besonderen und der Anschauung, Männlichkeit mit dem Öffentlichen, Allgemeinen und dem reflektiven Selbstbewusstsein verbindet, was letztlich den Ausschluss von Frauen aus dem öffentlichen Bereich der Polis impliziert.

Erst Freud gelang es, die geschlechtsspezifischen Identifizierungen des Subjekts als einen unbewussten Prozess darzustellen, der sich normativ am Inzesttabu der Kultur orientiert. Dieses Tabu, das das sexuelle Genießen zwischen Kind und Eltern untersagt, fordert einen Verlust, der eine geschlechtliche Identifizierung mit einem ödipalen Liebesobjekt ermöglicht. Lacan wiederum betont die Wirkung dieses Tabus als Verzicht, das die Entstehung eines strukturellen Begehrens des Subjekts nach einem Anderen möglich macht; dem Begehren stellt er weiters ein „männliches“ und „weibliches Genießen“ an die Seite, das Frauen und Männern durch Identifizierung gleichermaßen offensteht.

Bei diesen drei unterschiedlichen Auffassungen der Annahme von Geschlechtlichkeit spielt der Rest für den Prozess der Identifizierung eine wichtige Funktion, die in ihrer jeweiligen Form abschließend sichtbar gemacht werden soll.

Wichtige Fragestellungen sind:

Was hat das Geschlecht mit dem Subjekt zu tun? Wie gelangen Normen in das Subjekt? Wie kann der Prozess der geschlechtlichen Annahme beim Menschen gedacht werden? Worin besteht der Unterschied zwischen geschlechtlicher Identifizierung, Begehren und sexuellem Genießen? Welche Rolle spielt der Diskurs und die Geschlechterordnung dafür? Erschöpft sich der Mensch in seinen Identifizierungen?

Erwartete Vorkenntnisse

Vorkenntnisse sind nicht notwendig;

Literatur

Wichtige Literatur:

Hegel, Georg Wilhelm Friedrich (1807): Phänomenologie des Geistes. (= Werke 3 der neu editierten Ausgabe auf der Grundlage der Werke von 1832-1845). Suhrkamp, Frankfurt/M. 1986, S. 324-359.

Freud, Sigmund (1905-1914): “Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie”, in: ders. (1999): Band V (1904-1905), Gesammelte Werke. Fischer, Frankfurt/M., S. 27-159.

Freud, Sigmund (1924): “Der Untergang des Ödipuskomplexes”, in: ders.: Band XIII (1920-1924). Gesammelte Werke. Fischer, Frankfurt/M 1999, S. 393-402.

Freud, Sigmund (1923): „Das Ich und das Es“, in: ders. (1999): Gesammelte Schriften, Band XIII (1920-1924). Fischer, Frankfurt/M., S. 235-289.

Butler, Judith (1995): Melancholisches Geschlecht / Verweigerte Identifizierung, in: dies. (1997): Psyche der Macht. Das Subjekt der Unterwerfung. Frankfurt/M. Suhrkamp, Frankfurt/M. 2001, S. 125–141.

Lacan, Jacques (1975): Encore. Das Seminar, Buch XX. (1972-1973). Quadriga, Weinheim, Berlin 1986.

Laquieze-Waniek, Eva (2013): “Von der melancholische Identifikation zur Aneignung des Geschlechts – Butler liest Freud”, in: Marlen Bidwell-Steiner / Anna Babka (Hg.) (2013): Obskure Differenzen: Psychoanalyse und Gender Studies. Psychosozial-Verlag, Gießen 2013, S. 59-82.


Prüfungsinformationen

Im Fall von online durchgeführten Prüfungen sind die Standards zu beachten, die die technischen Geräte der Studierenden erfüllen müssen, um an diesen Prüfungen teilnehmen zu können.

Beurteilungsschema

Note Benotungsschema

Position im Curriculum

  • Besonderer Studienbereich Wahlfach-Studium Feministische Wissenschaft - Gender Studies (SKZ: 600b, Version: 04W)
    • Fach: Körper - Psyche - Leiblichkeit (Pflichtfach)
      • Körper-Psyche-Leiblichkeit ( 2.0h PS, SE / 4.0 ECTS)
        • 210.447 Subjektskonstitution, Geschlecht und der Rest (2.0h PS / 4.0 ECTS)
  • Bachelorstudium Philosophie (SKZ: 541, Version: 16W.1)
    • Fach: Theoretische Philosophie (Wahlfach)
      • Theoretische Philosophie ( 0.0h VO, PS, SE / 36.0 ECTS)
        • 210.447 Subjektskonstitution, Geschlecht und der Rest (2.0h PS / 4.0 ECTS)
          Absolvierung im 1., 2., 3., 4., 5., 6. Semester empfohlen
  • Bachelorstudium Philosophie (SKZ: 541, Version: 10W.2)
    • Fach: Theoretische Philosophie (Wahlfach)
      • Theoretische Philosophie ( 0.0h XX / 36.0 ECTS)
        • 210.447 Subjektskonstitution, Geschlecht und der Rest (2.0h PS / 4.0 ECTS)
  • Masterstudium Philosophie (SKZ: 941, Version: 10W.1)
    • Fach: Theoretische Philosophie und ihre Geschichte (Wahlfach)
      • Theoretische Philosophie und ihre Geschichte ( 0.0h XX / 24.0 ECTS)
        • 210.447 Subjektskonstitution, Geschlecht und der Rest (2.0h PS / 4.0 ECTS)
  • Erweiterungscurriculum Philosophie (Version: 16W.1)
    • Fach: Philosophie (Pflichtfach)
      • LV aus dem Fach Theoretische Philosophie ( 0.0h VO,UE,PS / 4.0 ECTS)
        • 210.447 Subjektskonstitution, Geschlecht und der Rest (2.0h PS / 4.0 ECTS)

Gleichwertige Lehrveranstaltungen im Sinne der Prüfungsantrittszählung

Diese Lehrveranstaltung ist keiner Kette zugeordnet