200.109 (21W) Architekt*innen. Lebenswege und Biografien des Planens und Bauens

Wintersemester 2021/22

Anmeldefrist abgelaufen.

Erster Termin der LV
08.10.2021 10:00 - 16:00 Architektur Haus Kärnten, Klagenfurt Off Campus
Nächster Termin:
20.10.2021 16:00 - 20:00 online Off Campus

Überblick

Bedingt durch die COVID-19-Pandemie können kurzfristige Änderungen bei Lehrveranstaltungen und Prüfungen (z.B. Absage von Präsenz-Lehreveranstaltungen und Umstellung auf Online-Prüfungen) erforderlich sein.

Weitere Informationen zum Lehrbetrieb vor Ort finden Sie unter: https://www.aau.at/corona.
Lehrende/r
LV-Titel englisch
Architects. Lives and Biografies of Planning and Constructing
LV-Art
Seminar (prüfungsimmanente LV )
LV-Modell
Blended-Learning-Lehrveranstaltung
Online-Anteil
30%
Semesterstunde/n
4.0
ECTS-Anrechnungspunkte
8.0
Anmeldungen
16 (25 max.)
Organisationseinheit
Unterrichtssprache
Deutsch
LV-Beginn
08.10.2021
eLearning
zum Moodle-Kurs

Zeit und Ort

Beachten Sie bitte, dass sich aufgrund von COVID-19-Maßnahmen die derzeit angezeigten Termine noch ändern können.
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LV-Beschreibung

Intendierte Lernergebnisse

Mit dem Steinhaus am Ossiacher See hat der Kärntner Architekt Günther Domenig in den Jahren von 1982 bis 2008 einen Bau errichtet, der sich auch als autobiografische Figuration lesen lässt. In den seltensten Fällen wird die eigene Geschichte auf derart eindrückliche Weise evident. Dabei sind räumliche Objektivationen stets mit dem Leben von Architekt*innen und Planer*innen verbunden und manifestieren in gebauter Form ein Verständnis von Welt.

Die Teilnehmer*innen des interdisziplinären Seminars erschließen sich Architektur und Stadtplanung als Felder der Kulturanalyse. Gebäude sind in ihrer jeweiligen Gestalt kulturell vermittelt und prägen mit ihrem Konzept oder durch ihr bloßes Vorhandensein soziale Strukturen. Vom Hochhaus als Wohnform bis hin zu den Höfen und Trakten moderner Hochschulbauten, größeren und kleineren Firmensitzen und Verwaltungszentren am Ring oder den Tankstellen entlang der Autobahnzubringer sind gebaute Utopien aus unterschiedlichen Epochen im Alltag gleichzeitig präsent. Die Praxis des Entwerfens ist aus empirisch kulturwissenschaftlicher Sicht ebenso von Interesse wie die zugrunde liegende planerische Intention.

Wie drücken sich Erfahrungen in Entwürfen aus? Im Lauf des Seminars sollen Studierende ein Gespür dafür entwickeln, was unter einer ganzheitlich gedachten Kulturanalyse gebauter Räume verstanden werden kann – und wie sich insbesondere anhand von Biografien ganz unterschiedliche Perspektiven auf das Zeitgeschehen entwickeln lassen.

Lehrmethodik inkl. Einsatz von eLearning-Tools

Die Teilnehmer*innen begeben sich von Kärnten aus auf eine Spurensuche, die weit über die Region hinausführen kann. Entlang von Lebenslinien werden Zeitschichten freigelegt, Verbindungen und Bruchstellen markiert. Aus Recherchen in Archiven (Zeitungsartikel, Fotografien, Pläne) und Interviews, aber auch ausgehend von gebauten Strukturen selbst ergeben sich Facetten eines Lebens und seiner Baugeschichte. Forschung ist der Zugriff auf Räume der jüngeren Vergangenheit.

Mit dem Fokus auf Architektur und Stadtplanung geht es darum, qualitative Zugänge einer empirischen Kulturwissenschaft an selbstgewählten Fragestellungen zu erproben. Das interdisziplinäre Seminar findet in Kooperation mit dem BAUARCHIV KÄRNTEN e. V. und dem Architektur Haus Kärnten statt. Teilnehmer*innen des Seminars können mit Expert*innen ins Gespräch kommen und auf das Wissen des seit 2016 existierenden Vereins zurückgreifen und mit ihren Erkenntnissen selbst zur Sammlung des Bauarchivs beitragen.

Literatur wird auf moodle bereitgestellt.

Inhalt/e

Das Seminar setzt sich mit Akteur*innen auseinander, die im Kontext von Architektur und Stadtplanung zu verorten sind. Der Schwerpunkt liegt auf Biografien des 20. Jahrhunderts. Das Interesse gilt dabei nachdrücklich den Planer*innen und Architekt*innen der Nachkriegsmoderne, die abstrakte Setzungen in der Landschaft vorgenommen haben und damit vielerorts bis in die Gegenwart hinein kontrovers diskutiert werden. Von Bedeutung sind unter anderem Erfahrungen während des Nationalsozialismus oder das Wissen um den Stil der ersten Moderne, auf die sich das Denken und Handeln von Akteur*innen auf dem Gebiet der Architektur seit den 1950er Jahren bezieht.

Lebenswege sind von politischen, sozialen und kulturellen Konstellationen beeinflusst. Biografien verlaufen in der Regel nicht geradlinig, sondern sind von Veränderungen geprägt und ergeben sich oft erst in der Rückschau. Der Soziologe Pierre Bourdieu spricht von permanenten Platzwechseln und sich verschiebenden Positionen, die im sozialen Raum eingenommen und in der Summe als Biografie zusammengedacht werden. Diesen Abfolgen von sozialen Oberflächen wird das Seminar nachgehen. Dabei werden auch gebaute Zeugnisse als Entitäten eines biografischen Netzwerks verstanden.

Literatur

  • Achleitner, Friedrich (2015): Wie entwirft man einen Architekten. Porträts von Aalto bis Zumthor. Zürich: Park Books.
  • Bourdieu, Pierre (1985): Praktische Vernunft. Zur Theorie des Handelns. Frankfurt am Main: Suhrkamp („Die biographische Illusion“, S. 75-83). 
  • Delitz, Heike (2009): Architektursoziologie. Bielefeld: Transcript.
  • Dworsky, Alfons (2018). Architektur als soziales Ereignis. Wien: LandLuft (Hg.).

Link auf weitere Informationen

https://architektur-kaernten.at/

Prüfungsinformationen

Im Fall von online durchgeführten Prüfungen sind die Standards zu beachten, die die technischen Geräte der Studierenden erfüllen müssen, um an diesen Prüfungen teilnehmen zu können.

Prüfungsmethode/n

Anwesenheit, aktive Mitarbeit, Vorbereitung von Texten, eigenständige Recherche, Präsentation eines Themas, Verschriftlichung der Ergebnisse // Diskussion von Texten und Rechercheergebnissen sowie Resonanz zu den vorgelegten schriftlichen Berichten

Prüfungsinhalt/e

Die Inhalte orientieren sich an der Fragestellung des Seminars und werden im Laufe des Semesters gemeinsam erarbeitet.

Beurteilungskriterien/-maßstäbe

Anwesenheit und Qualität von Mitarbeit und Recherche, Präsentation und schriftlicher Aufbereitung

Beurteilungsschema

Note Benotungsschema

Position im Curriculum

  • Bachelorstudium Angewandte Kulturwissenschaft (SKZ: 642, Version: 16W.2)
    • Fach: Theorien und Methoden der Kulturwissenschaft (Pflichtfach)
      • Seminar zu Kulturwissenschaftliche Methoden ( 0.0h SE / 4.0 ECTS)
        • 200.109 Architekt*innen. Lebenswege und Biografien des Planens und Bauens (4.0h SE / 8.0 ECTS)
          Absolvierung im 3., 4., 5., 6. Semester empfohlen
  • Bachelorstudium Angewandte Kulturwissenschaft (SKZ: 642, Version: 16W.2)
    • Fach: Empirische Kulturanalysen (Wahlfach)
      • Kulturwissenschaftliche Methoden ( 0.0h SE / 4.0 ECTS)
        • 200.109 Architekt*innen. Lebenswege und Biografien des Planens und Bauens (4.0h SE / 8.0 ECTS)
          Absolvierung im 3., 4., 5., 6. Semester empfohlen
  • Masterstudium Angewandte Kulturwissenschaft (SKZ: 842, Version: 12W.1)
    • Fach: Kulturvermittlung und Kommunikation (Pflichtfach)
      • Modul: Kultur und Gesellschaft
        • Kultur und Ökonomie ( 2.0h SE / 4.0 ECTS)
          • 200.109 Architekt*innen. Lebenswege und Biografien des Planens und Bauens (4.0h SE / 8.0 ECTS)
  • Masterstudium Visuelle Kultur (SKZ: 655, Version: 18W.1)
    • Fach: Kultur als Zeichensystem (Wahlfach)
      • 9 Kultur als Zeichensystem ( 0.0h VO, SE, PM, VC, PS, KS, UE / 12.0 ECTS)
        • 200.109 Architekt*innen. Lebenswege und Biografien des Planens und Bauens (4.0h SE / 6.0 ECTS)

Gleichwertige Lehrveranstaltungen im Sinne der Prüfungsantrittszählung

Es liegt keine gleichwertige Lehrveranstaltung im Sinne der Prüfungsantrittszählung vor.