210.447 (21S) Sprachphilosophie und Psychoanalyse. Von Peirce über Freud, Saussure und Jacobsen zu Lacan

Sommersemester 2021

Anmeldefrist abgelaufen.

Erster Termin der LV
16.04.2021 10:00 - 17:00 online Off Campus
... keine weiteren Termine bekannt

Überblick

Bedingt durch die COVID-19-Pandemie können kurzfristige Änderungen bei Lehrveranstaltungen und Prüfungen (z.B. Absage von Präsenz-Lehreveranstaltungen und Umstellung auf Online-Prüfungen) erforderlich sein.

Weitere Informationen zum Lehrbetrieb vor Ort finden Sie unter: https://www.aau.at/corona.
Lehrende/r
LV-Titel englisch
Philosophy of Language and psychoanalysis: Peirce, Freud, Saussure, Jacobsen, Lacan
LV-Art
Proseminar (prüfungsimmanente LV )
LV-Modell
Onlinelehrveranstaltung
Semesterstunde/n
2.0
ECTS-Anrechnungspunkte
4.0
Anmeldungen
12
Organisationseinheit
Unterrichtssprache
Deutsch
LV-Beginn
16.04.2021
eLearning
zum Moodle-Kurs

Zeit und Ort

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LV-Beschreibung

Lehrmethodik inkl. Einsatz von eLearning-Tools

Das Proseminar beginnt mit einem in die Themenstellung einführenden Vortrag, der einen Überblick über die zu behandelnden Fragstellungen sowie über die Auswahl der Literatur geben wird. Dies soll sodann anhand von drei thematisch aufbauenden Themenblöcken vermittelt werden:

1.) Peirce-Lacan: Was verbindet die Zeichen- und Sprachvorstellungen der beiden Denker?

2.) Jakobson: Inwiefern spielt dessen Linguistik eine vermittelnde Rolle?

3.) Freud-Saussure: Welche voraussetzenden Funktionen kommen dabei der strukturalen Semiologie sowie der Theorie des Unbewussten zu?

Die thematischen Schwerpunkte werden anhand von Einzelvorträgen, Referaten, Arbeitsgruppen und gemeinsamen Diskussionen konkret erarbeitet. Einzelne Referate können von den Studierenden übernommen werden. Die zu bearbeitende Literatur wird per Moodel zu Verfügung gestellt. Für den Zeugniserwerb ist die Anwesenheit der Studierenden in der Lehrveranstaltung sowie das Verfassen einer Proseminararbeit erforderlich. Im Fall der anhaltenden COVID-Vorsichtsmaßnahmen wird das Proseminar in digital vermittelter Form abgehalten.

Inhalt/e

Im Proseminar soll in die Verbindung von Sprachphilosophie und psychoanalytischer Zeichentheorie eingeführt werden, wobei im Zentrum die Einflussnahme der Semiotik des Sprachphilosophen Charles S. Peirce auf die epistemologische Entwicklung der Subjekttheorie des Psychoanalytikers Jacques Lacan stehen wird. Dies soll durch einen Vergleich zwischen den Auffassungen der beiden Denker über Zeichen und Sprache ermöglicht werden, wobei es besonders auch um die Nähe zwischen Peirces Kategorien der Erstheit, Zweitheit und Drittheit und Lacans drei Ordnungen, des Realen, Symbolischen und Imaginären gehen wird. In einem klärenden Sinne sollen dafür weitere Bezüge zur strukturale Sprach- und Zeichenauffassung des Linguisten Ferdinand de Saussure und zu deren Weiterentwicklung durch Roman Jakobson hergestellt sowie Ähnlichkeiten zwischen Peirces und Freuds Thesen zum teilweise unbewussten Prozess der Zeicheninterpretation aufgezeigt werden.

Den Studierenden soll damit ein methodisch vielschichtiger Zugang zu Fragestellungen der Epistemologie, Zeichen- und Subjekttheorie ermöglicht werden, der wichtige Kenntnisse aus dem Bereich der theoretischen Philosophie, der Psychoanalyse sowie der Sprachphilosophie des 20. Jahrhunderts enthält.

Literatur

Balat, Michel (2000): Des Fondements sémiotiques de la Psychanalyse. Peirce après Freud et Lacan. L’Harmattan, Paris.

Freud, Sigmund (1920): „Jenseits des Lustprinzips“, in: ders. (1999): Band XIII (1920-1924). Gesammelte Werke. Fischer, Frankfurt/M., S. 1-69.

Freud, Sigmund (1923): „Das Ich und das Es“, in: ders. (1999): Gesammelte Schriften, Band XIII (1920-1924). Frankfurt/M., S. 235-289.

Jakobson, Roman (1966): „Die Suche nach dem Wesen der Sprache“, in: ders. (1974): Form und Sinn. Sprachwissenschaftliche Betrachtungen. Wilhelm Fink Verlag, München, S. 14-30.

Lacan, Jacques (1966): „Funktion und Feld des Sprechens und der Sprache in der Psychoanalyse. Bericht auf dem Kongreß in Rom am 26. und 27. September 1953 im Instituto di Psicologia della Università di Roma“, in: ders. (1986): Schriften I. Quadriga, Weinheim, Berlin, S. 71-169.

Lacan, Jacques (2011): Ich spreche zu den Wänden. Gespräche aus der Kapelle von Saint-Anne. Texterstellung: Jacques-Alain Miller, Übersetzung: Hans-Dieter Gondek. Turia + Kant, Wien, Berlin 2013.

Lacan, Jacques (2011): Le Séminaire, Livre XIX, … ou pire (1971-1972). Texterstellung: Jacques-Alain Miller. Seuil, Paris.

Lacan, Jacques (o. J.): The Seminar, Book XIX, 1971-1972. Englische Übersetzung: Cormac Gallagher (auf Grundlage von vereinigten französischen Manuskripten für den privaten Gebrauch), hg. Lacan in Ireland, S. XII 10.

Nagl, Ludwig (1992): Charles Sanders Peirce. Campus, Frankfurt, New York.

Peirce, Charles S. (1993): Phänomen und Logik der Zeichen. Übersetzung und Herausgabe durch Helmut Pape (Manuskripts 1903: Syllabus of Certain Topics of Logic). Suhrkamp, Frankfurt/M., 2. Auflage.

Saller, Vera (2014): Das Dynamische Unbewusste im Lichte der Kategorien First und Second von Charles S. Peirce“, in: Charles Sanders Peirce und die Psychoanalyse. Journal für Psychoanalyse, Nr. 55, 34. Jhg., Seismo, Zürich 2014, S. 5-29.

Saussure, Ferdinand de (1916): Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft. Texterstellung: Charles Bally, Albert Sechehaye, Albert Riedlinger, Übersetzung: Herman Lommel. 2. Auflage. De Gruyter & Co, Berlin 1967.

Wörler, Frank (2015): Das Symbolische, das Imaginäre und das Reale. Lacans drei Ordnungen als erkenntnistheoretisches Modell. (= Psychoanalyse). Transcript, Bielefeld.

Prüfungsinformationen

Prüfungsmethode/n

Für den Zeugniserwerb ist die Anwesenheit in der Lehrveranstaltung sowie die aktive Mitarbeit in den Diskussionen und Arbeitsgruppen Voraussetzung; die Übernahme eines Referats zu einem der Texte aus den drei Schwerpunktthemen ist erwünscht. Für einen positiven Abschluss des Proseminars ist das Verfassen einer Proseminararbeit von mindestens zehn Seiten notwendig.

Beurteilungsschema

Note Benotungsschema

Position im Curriculum

  • Bachelorstudium Philosophie (SKZ: 541, Version: 20W.1)
    • Fach: Theoretische Philosophie (Wahlfach)
      • 3.2 PS aus Theoretische Philosophie ( 0.0h PS / 4.0 ECTS)
        • 210.447 Sprachphilosophie und Psychoanalyse. Von Peirce über Freud, Saussure und Jacobsen zu Lacan (2.0h PS / 4.0 ECTS)
          Absolvierung im 1., 2., 3., 4., 5. Semester empfohlen
  • Bachelorstudium Philosophie (SKZ: 541, Version: 20W.1)
    • Fach: Thematische Vertiefung (Wahlfach)
      • VO/PS/SE aus Geschichte der Philosophie/ Theoretische Philosophie/ Praktische Philosophie ( 0.0h VO, PS, SE / 12.0 ECTS)
        • 210.447 Sprachphilosophie und Psychoanalyse. Von Peirce über Freud, Saussure und Jacobsen zu Lacan (2.0h PS / 4.0 ECTS)
          Absolvierung im 6. Semester empfohlen
  • Bachelorstudium Philosophie (SKZ: 541, Version: 16W.1)
    • Fach: Theoretische Philosophie (Wahlfach)
      • Theoretische Philosophie ( 0.0h VO, PS, SE / 36.0 ECTS)
        • 210.447 Sprachphilosophie und Psychoanalyse. Von Peirce über Freud, Saussure und Jacobsen zu Lacan (2.0h PS / 4.0 ECTS)
          Absolvierung im 1., 2., 3., 4., 5., 6. Semester empfohlen
  • Bachelorstudium Philosophie (SKZ: 541, Version: 10W.2)
    • Fach: Theoretische Philosophie (Wahlfach)
      • Theoretische Philosophie ( 0.0h XX / 36.0 ECTS)
        • 210.447 Sprachphilosophie und Psychoanalyse. Von Peirce über Freud, Saussure und Jacobsen zu Lacan (2.0h PS / 4.0 ECTS)
  • Masterstudium Philosophie (SKZ: 941, Version: 10W.1)
    • Fach: Theoretische Philosophie und ihre Geschichte (Wahlfach)
      • Theoretische Philosophie und ihre Geschichte ( 0.0h XX / 24.0 ECTS)
        • 210.447 Sprachphilosophie und Psychoanalyse. Von Peirce über Freud, Saussure und Jacobsen zu Lacan (2.0h PS / 4.0 ECTS)
  • Erweiterungscurriculum Philosophie (Version: 16W.1)
    • Fach: Philosophie (Pflichtfach)
      • LV aus dem Fach Theoretische Philosophie ( 0.0h VO,UE,PS / 4.0 ECTS)
        • 210.447 Sprachphilosophie und Psychoanalyse. Von Peirce über Freud, Saussure und Jacobsen zu Lacan (2.0h PS / 4.0 ECTS)

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