197.029 (20S) Hass im Netz: Geschlechterperspektiven auf Gewalt in digitalen Medien (Parallelkurs)

Sommersemester 2020

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Überblick

Lehrende/r
LV-Titel englisch
.
LV-Art
Proseminar (prüfungsimmanente LV )
Semesterstunde/n
2.0
ECTS-Anrechnungspunkte
4.0
Anmeldungen
19 (30 max.)
Organisationseinheit
Unterrichtssprache
Deutsch
LV-Beginn
01.03.2020
eLearning
zum Moodle-Kurs
Anmerkungen

Hate speech online: Gender perspectives on cyberviolence

Zeit und Ort

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LV-Beschreibung

Intendierte Lernergebnisse

Im Rahmen der Lehrveranstaltung sollen die Studierenden vor dem Hintergrund eines intersektionalen Theorieverständnisses Wissen über die Potenziale und Grenzen sogenannter netzfeministischer Strategien und Aktivismen erlangen. Darüber hinaus werden wir gemeinsam die Re-/Produktion geschlechtsbasierter Ungleichheitsverhältnisse und geschlechtsspezifischer Gewalt online kritisch reflektieren. Durch die Lektüre relevanter Literatur, die gezielte Beschäftigung mit Praxisbeispielen und den aktiven Austausch untereinander, sollen die Student_innen einen reflektierten Blick auf das vielfältige und viel diskutierte Phänomen ‚Hass im Netz‘ aus einer geschlechtersensiblen Perspektive entwickeln.

Lehrmethodik inkl. Einsatz von eLearning-Tools

Die Lehrveranstaltung wird didaktisch möglichst abwechslungsreich gestaltet sein: Die Arbeit in Kleingruppen, Plenumsdiskussionen, Rollenspiele und ein Gastvortrag werden ergänzt durch inhaltliche Inputs von Seiten der Lehrveranstaltungsleiterinnen. Die konkrete Gestaltung erfolgt in Absprache mit den Studierenden.

Für eine positive Absolvierung des Seminars sind die Anwesenheit in den Block-Einheiten, die mündliche Mitarbeit und Teilnahme an Diskussionen, sowie die Lektüre der für die jeweiligen Module zur Verfügung gestellten Texte Voraussetzung. Die Teilnehmer*innen sollen zudem entweder a) zwei Reflexion inkl. Diskussionsfragen zu zwei selbst gewählten Texten aus den vorhandenen Modulen verfassen oder b) ein Impulsreferat (5-10 Minuten/Person) zu einem Modul vorbereiten. Zusätzlich dazu sollen die Student_innen eine fünfseitige Abschlussarbeit mit selbst gewählter Fragestellung zu einem der Module verfassen.

Inhalt/e

Digitale Medien haben nicht nur neue Möglichkeiten der Kommunikation, Vernetzung und Partizipation geschaffen, sondern auch neue Formen von Gewalt hervorgebracht. Studien zeigen, dass gesellschaftliche Machtverhältnisse auch online wirken: Sexismus, Rassismus und Homophobie sind fixer Bestandteil webbasierter Kommunikation (s. z.B. Armentor-Cota 2011, Van der Wilk 2018). Der inhaltliche Fokus des Seminars liegt auf geschlechtsspezifischer Gewalt online und einer Auseinandersetzung mit den dahinterliegenden Strukturen.

In Österreich hat der Prozess gegen die ehem. Politikerin Sigrid Maurer, die sich gegen sexistische hate speech zur Wehr gesetzt und letztlich für die Verletzung des Persönlichkeitsrechts des vermeintlichen Täters angezeigt wurde, gezeigt, dass Betroffene von Gewalt online rechtlich nur unzureichend geschützt sind. Die breite öffentliche Debatte, die der Fall angestoßen hat, macht deutlich, dass das Thema weite Teile der Gesellschaft beschäftigt.

Zugleich haben Kampagnen wie #MeToo gezeigt, dass digitale Medien auch das Potenzial haben, ebendiese Herrschaftsverhältnisse sichtbar zu machen und Debatten anzustoßen. Genau an dieser Schnittstelle setzt die Lehrveranstaltung an: Die Möglichkeiten webbasierter Kommunikation und Organisation im Kontext sozialer Bewegungen sollen darin ebenso Thema sein, wie die zunehmende (sexistische, rassistische, homophobe) Radikalisierung digitaler Kommunikation. Hintergründe und mögliche Reaktionen auf solche „technologisch vermittelten Hassformen“ (Lernhardt et al. 2016: 8) werden vor dem Hintergrund queerfeministischer Theorie kritisch analysiert.

Literatur

Bowles Eagle, Ryan (2015): Loitering, Lingering, Hashtagging: Women Reclaiming Public Space Via #BoardtheBus, #StropStreetHarassment, and the #EverydaySexismProject. In: Feminist Media Studies, 15 (2), S. 350-353.

Drüeke, Ricarda (2013): Politische Kommunikationsräume im Internet. Zum Verhältnis von Raum und Öffentlichkeit. Bielefeld: transcript.

Drüeke, Ricarda / Winker, Gabriele (2005): Neue Öffentlichkeiten durch frauenpolitische Internetauftritte. In: Schachtner, Christina/Winker, Gabriele (Hg.): Virtuelle Räume - neue Öffentlichkeiten. Frauennetze im Internet. Frankfurt a.M./New York: Campus, S. 31-49.

Fischer, Mia (2015): #Free_CeCe: the material convergence of social media activism. Feminist Media Studies, 16(5), S. 755-771.

Green Eileen / Singleton Carrie (2013): ‘Gendering the Digital’: The Impact of Gender and Technology Perspectives on the Sociological Imagination. In: Orton-Johnson Kate / Prior Nick (Hg.) Digital Sociology. London: Palgrave Macmillan, S. 34-50.

Heinrich Böll Stiftung (2012): Feminist_spaces. Frauen im Netz: Diskurse - Communities - Visionen. Königstein/Taunus : Helmer.

Klaus, Elisabeth; Drüeke, Ricarda (2017): Internetöffentlichkeiten und Gender Studies: Von den Rändern in das Zentrum? In: Klaus, Elisabeth/Drüeke, Ricarda (Hg.): Öffentlichkeiten und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse. Theoretische Perspektiven und empirische Befunde. Bielefeld: transcript, S. 101-128.

Köpl, Regina (2008): Verschiebungen – Neuvermessungen – (Wieder)Entdeckungen. Feministische Diskurse zum Verhältnis von Öffentlichkeit/Privatheit als zentralen Kategorien politischer Kommunikation. In: Dorer, Johanna (Hg.): Medien - Politik - Geschlecht: feministische Befunde zur politischen Kommunikationsforschung. Wiesbaden: VS Verlag, S. 35-50.

Lernhart, Amanda / Ybarra, Michele / Zickuhr, Kathryn / Price-Feeney, Myeshia (2016). Online Harassment, Digital Abuse, and Cyberstalking in America. In: Data&Society, https://datasociety.net/output/online-harassment-digital-abuse-cyberstalking/ (01.12.2018)

Linke, Christine / Maier, Tanja / Thiele, Martina (2012): Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht in Bewegung. Forschungsperspektiven der kommunikations- und medienwissenschaftlichen Geschlechterforschung. Bielefeld: Transcript-Verlag.

Orton-Johnson Kate / Prior Nick (Hg.) (2013): Digital Sociology. London: Palgrave Macmillan
Paasonen, Susanna (2011): Revisiting Cyberfeminism. Communications: The European Journal of Communication Research, 36(3), S. 335-352.

Riegraf, Birgit / Hacker, Hanna / Kahlert, Heike / Liebig, Brigitte / Peitz, Martina / Reitsamer, Rosa (Hg.) (2013): Geschlechterverhältnisse und neue Öffentlichkeiten: feministische Perspektiven. Münster: Westfälisches Dampfboot.


Zobl, Elke / Drüeke, Ricarda (Hg.) (2012): Feminist Media. Participatory Spaces, Networks and Cultural Citizenship. Bielefeld: transcript.

Prüfungsinformationen

Im Fall von online durchgeführten Prüfungen sind die Standards zu beachten, die die technischen Geräte der Studierenden erfüllen müssen, um an diesen Prüfungen teilnehmen zu können.

Prüfungsmethode/n

Die Lehrveranstaltung wird didaktisch möglichst abwechslungsreich gestaltet sein: Die Arbeit in Kleingruppen, Plenumsdiskussionen, Rollenspiele und ein Gastvortrag werden ergänzt durch inhaltliche Inputs von Seiten der Lehrveranstaltungsleiterinnen. Die konkrete Gestaltung erfolgt in Absprache mit den Studierenden.

Für eine positive Absolvierung des Seminars sind die Anwesenheit in den Block-Einheiten, die mündliche Mitarbeit und Teilnahme an Diskussionen, sowie die Lektüre der für die jeweiligen Module zur Verfügung gestellten Texte Voraussetzung. Die Teilnehmer*innen sollen zudem entweder a) zwei Reflexion inkl. Diskussionsfragen zu zwei selbst gewählten Texten aus den vorhandenen Modulen verfassen oder b) ein Impulsreferat (5-10 Minuten/Person) zu einem Modul vorbereiten. Zusätzlich dazu sollen die Student_innen eine fünfseitige Abschlussarbeit mit selbst gewählter Fragestellung zu einem der Module verfassen.

Beurteilungsschema

Note Benotungsschema

Position im Curriculum

  • Besonderer Studienbereich Wahlfach-Studium Feministische Wissenschaft - Gender Studies (SKZ: 600b, Version: 04W)
    • Fach: Lebensräume (Pflichtfach)
      • Lebensräume ( 2.0h VU, VK / 4.0 ECTS)
        • 197.029 Hass im Netz: Geschlechterperspektiven auf Gewalt in digitalen Medien (Parallelkurs) (2.0h PS / 4.0 ECTS)

Gleichwertige Lehrveranstaltungen im Sinne der Prüfungsantrittszählung

Sommersemester 2020
  • 197.028 PS Hass im Netz: Geschlechterperspektiven auf Gewalt in digitalen Medien (2.0h / 4.0ECTS)