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Titel: Dialog lebt von Einspruch und Widerspruch: Basisbildung weiterdenken und weiterentwickeln
Untertitel:
Kurzfassung:

Basisbildung für Erwachsene ist in Österreich seit ihren Anfängen ein lebendiges Praxis- und Entwicklungsfeld, das von engagierten Akteurinnen und Akteuren kritisch-konstruktiv und mit einem humanisierenden bis emanzipatorischen Anspruch an Bildungsprozesse für Benachteiligte initiiert, dialogisch ausgestaltet, gefasst und damit kontinuierlich weitergedacht und weiterentwickelt wird (Cennamo, Kastner & Schlögl: 2020).

In der jüngeren Vergangenheit wurde die österreichische Basisbildungslandschaft zweimal in Schwingung versetzt: Im Jahr 2012 startete die Initiative Erwachsenenbildung, eine Länder-Bund-Initiative mit der Zielsetzung, in Österreich lebenden Jugendlichen und Erwachsenen auch nach Beendigung der schulischen Ausbildungsphase den Erwerb grundlegender Kompetenzen (Programmbereich: Basisbildung) und Bildungsabschlüsse (Programmbereich: Pflichtschulabschluss) unentgeltlich zu ermöglichen. Mit dieser Neuerung wurde die projektförmig angelegte Pionier- und Aufbauphase in ein standardisiertes Programm überführt, dessen Kern ein Rahmencurriculum und die Prinzipien und Richtlinien für Basisbildungsangebote waren, und wurden qualitätssichernde Strukturen sukzessive aufgebaut. Im Jahr 2019 erfolgte die Implementierung eines Lernergebnisse vorschreibenden Curriculums für die Basisbildung, welches das bislang geltende Rahmencurriculum innerhalb der Initiative Erwachsenenbildung ablöste. Zugleich wurden die zuvor handlungsleitenden Prinzipien und Richtlinien für Basisbildungsangebote aus dem Programmplanungsdokument entfernt. Während im Rückblick die erste Neuerung als ein der Sache dienliches Zusammenwirken von Bildungspraxis und Bildungspolitik rezipiert wurde (wenngleich die damit verbundene Standardisierung nicht folgenlos geblieben ist, insbesondere im Hinblick auf die sich zunehmende Verfestigung der Nicht-Erreichung der Zielgruppe mit Erstsprache Deutsch), wurde die zweite Neuerung in der Breite – nicht zuletzt auch von mir, der Autorin des vorliegenden Beitrages selbst – als bildungspolitisch motivierter, steuernder Eingriff in einen bestehenden Angebotsbereich gewertet (Cennamo, Kastner & Schlögl: 2020). 

Und hier setzt der vorliegende Beitrag an, der gemäß der Gesinnung der Entwicklungsgeschichte der österreichischen Basisbildung den Dialog aller Akteurinnen und Akteure – verstanden als Gemeinschaftshandlung in Gesprächs- und Aktionsform – erneut aufgreifen und befeuern will mit dem – ebenso der Basisbildungsgeschichte in Österreich verpflichteten und von allen getragenen – Ziel der Reflexion und der innovativen und gedeihlichen Weiterentwicklung der Basisbildungspraxis. 

Hierfür versuche ich nachzuzeichnen, in welcher Form sich der fachliche Einspruch und Widerspruch zeigten und welche zentralen Kritikpunkte im Sinne einer guten Dialogführung künftig zu diskutieren sein werden. Abschließend argumentiere ich, wie Basisbildung (wieder) verstärkt von innen heraus weitergedacht und weiterentwickelt werden sollte: Damit ist das Einblenden von Feldexpertise der Basisbildungsfachleute inklusive der Anspruchsgruppe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Selbstvertretung und als Vertretung der Zielgruppe angesprochen. Den Abschluss bildet ein Ausblick auf das Potenzial des aktivistischen Handwerks. 

Schlagworte: Basisbildung, Neoliberalismus, Bildungssteuerung, Professionalismus, Inklusion, Partizipation, Transdisziplinarität, aktivistisches Handwerk
Publikationstyp: Beitrag in Zeitschrift (Autorenschaft)
Art der Veröffentlichung Online Publikation
Erschienen in: Die Österreichische Volkshochschule. Magazin für Erwachsenenbildung
Die Österreichische Volkshochschule. Magazin für Erwachsenenbildung
zur Publikation
 ( Verband Österreichischer Volkshochschulen (VÖV); )
Erscheinungsdatum: 06.2021
Titel der Serie: -
Bandnummer: 72. Jg.
Heftnummer: 273
Erstveröffentlichung: Ja
Version: -
Seite: S. 34 - 37

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Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung
 
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Sachgebiete
  • 503009 - Erwachsenenbildung
Forschungscluster
  • Bildungsforschung
Zitationsindex
  • n.a.
Informationen zum Zitationsindex: Master Journal List
Peer Reviewed
  • Nein
Publikationsfokus
  • Science to Professionals (Qualitätsindikator: II)
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